Wie alles begann - die Geschichte der Queergemeinde

Der Begriff "Queer-Gemeinde" verbindet zwei Aspekte miteinander. "Queer" - aus dem Englischen für "seltsam, sonderbar" - ist zu einem Synonym für den Begriff "homosexuell" geworden. Wenn wir uns als "Queers" bezeichnen, dann meinen wir aber immer damit auch alle Menschen, die uns in Freundschaft verbunden sind, ob Frau oder Mann, ob hetero- oder homosexuell. "Gemeinde" - das bedeutet für uns, dass wir eine christlich geprägte Gemeinschaft bilden und in einem gemeinsamen Sinn handeln und leben.

Für viele Menschen, vielleicht besonders für die Queers, sind Glaube und Leben oft getrennte Bereiche. Die Gemeinschaft der Menschen, die mit uns den Glauben teilen, steht oft weit entfernt von den Gemeinschaften, in und mit denen wir unseren Alltag gestalten.

All diese Gedanken bewegten um das Jahr 1998 herum die AG Schwule Theologie in Münster, und diese Idee erhielt schließlich auf einem Wochenende in Telgte bei Münster konkrete Gestalt. Nach langen und intensiven Diskussionen war das Projekt "Queer-Gemeinde" geboren.

Schnell kam auch aus lesbischen Kreisen Zustimmung und Interesse, und es dauerte nicht lange, bis die ersten Frauen sich mit einbrachten. Die Suche nach einer Ortsgemeinde, in der die Gottesdienste abgehalten werden konnten, gestaltete sich zunächst recht schwierig, doch fiel die Entscheidung dann auf St. Sebastian im Münsteraner Südviertel. Hier durften wir von Anfang an erfahren, dass unsere Anliegen mitgetragen und solidarisch unterstützt wurden.

Im Januar 1999 wurde dann schließlich der erste Queer-Gottesdienst in St. Sebastian in Münster gefeiert. Seither versammeln sich allmonatlich Lesben, Schwule, Transgender, Freundinnen und Freunde, Menschen aus der Pfarrei und den Nachbargemeinden, um miteinander Eucharistie zu feiern. Zwischen 2001 und 2005 gab es in der Evangelischen Trinitatisgemeinde auch das Angebot, Wortgottesdienste zu feiern. Heute ist der Queer-Gottesdienst ein fester und selbstverständlicher Teil des Gottesdienstplans der Pfarrei.

Zu November 2008 zieht die Queergemeinde zur Feier der Gottesdienste in die Krypta der St. Antoniuskirche.

Im Januar 2009 werden die Queergemeinde Münster und damit die Queer-Gottesdienste ihren 10. Geburtstag feiern.


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Queer-Gemeinde - pastorales Profil

Queer-Gottesdienst in Münster - Beitrag zur Werkstatt Schwule Theologie 3/99

Altarraum von St. Sebastian