Verbot der Eucharistiefeiern - Aktueller Stand und eine Chronologie der Ereignisse

Hier findet Ihr in chronologischer Reihenfolge den Beginn der Ereignisse rund um das Verbot der Eucharistiefeiern in St. Sebastian. Die Beiträge sind so wie sie sind von der Aktuelles-Seite übernommen und nicht mehr redaktionell überarbeitet worden.


Gespräch mit Weihbischof Ostermann (15.06.2002)

Am 15. Juni fand auf Einladung von Weihbischof Ostermann in dessen Wohnung ein Gespräch zwischen ihm, Frauen und Männern aus dem Forum sowie Verantwortlichen aus dem Münsteraner Südviertel statt. Grund war der Klärungsbedarf der Situation im Südviertel - in welcher Weise ist der Queergottesdienst etwa in die Reihe der Sonntagabendgottesdienste in Heilig Geist einzubinden, wie werden wir weiter als Queergemeinde in einer möglicherweise veränderten Gesamtsituation bestehen bleiben? Viele offene Fragen hatten sich in den vergangenen Wochen und Monaten angehäuft, und es war klar, dass die Zeit für ein solches Gespräch reif war.

Einstieg in das Gespräch war dieser Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 8. Juni, auf dessen Grundlage der Weihbischof nun für Münster speziell gar keinen aktuellen Handlungsbedarf mehr sieht, sondern seiner Meinung nach nun eine Regelung auf sehr viel allgemeiner Ebene zu finden sei.

Es gibt nun verschiedene Ideen und auch mögliche Projekte, über die wir in Zukunft näher berichten werden. Im September ist zunächst ein erneutes Gespräch geplant. Wir halten Euch hier auf dem aktuellen Stand.


Artikel aus der Neuen Bildpost

Nach der Süddeutschen Zeitung (siehe unten) gab es nun auch in der Neuen Bildpost drei Artikel über die Queergemeinde, die Ihr Euch hier anschauen könnt:

Artikel 1

Artikel 2

Artikel 3

Entschuldigt bitte die durch das Einscannen schlechte Qualität, aber wir müssen die Artikel hier in dieser ursprünglichen Weise veröffentlichen. Außerdem müsst Ihr - je nach Leistungsstärke Eures Rechners - ein wenig Geduld beim Herunterladen haben.


Ende der Queergottesdienste?

Wie viele von Euch auf dem Gemeindefest erfahren haben oder aus dem Newsletter wissen, ist seit einiger Zeit die Diskussion um die Gottesdienstsituation im Südviertel wieder in vollem Gang. Nun ist der Fall eingetreten, den viele seit langem befürchtet haben: Es erreichte uns ein Brief, in dem uns mitgeteilt wurde, dass ab sofort die Queergottesdienste in St. Sebastian nicht mehr stattfinden dürfen. Der konkrete Anlass sei das tägliche Eintreffen kritischer Fragen nach unseren Gottesdiensten und die vor zwei Jahren nach Rom gegebene Meldung, dass der Gottesdienst nicht mehr stattfinden würde, sobald die Messfeiern in Münster-Süd neu geordnet wären.
Das Angebot der Pfarrei Hl. Geist, die Queergottesdienste in die Reihe der Sonntagabendgottesdienste zu integrieren, bleibe bestehen. Es sei nicht möglich, eine Eucharistiefeier mit Homosexuellen und Lesben zusammen mit ihren Eltern und Angehörigen zu gestatten, zu der auch die Gemeinde eingeladen ist. Es könne nur einer Gemeindemessfeier zugestimmt werden, an der wir als Queers teilnehmen und die wir nach den liturgischen Möglichkeiten einmal im Monat mitgestalten dürfen. Wir werden Euch hier ständig auf dem neuesten Stand halten und bitten Euch auch, uns Eure Meinung mitzuteilen.

Am kommenden Sonntag, 8. September, treffen wir uns um 19.00 Uhr in St. Sebastian und werden mit einer kleinen Andacht oder einem Wortgottesdienst beginnen und Euch im Anschluss im Rahmen einer außerordentlichen Gemeindeversammlung ausführlich informieren.


Aktueller Stand (09.09.2002)

Am 08.09.2002 fand wie geplant eine außerordentliche Gemeindeversammlung statt, die regen Zuspruch fand. Auf Beschluss des Forums hin werden wir jedoch vor dem 22.09.2002 hier und in den Printmedien nichts weiter veröffentlichen, es sei denn, es treten dramatische Wendungen ein. An diesem 22.09.2002 findet eine für alle interessierten Queers offene Sitzung des Forums statt, bei der wir dann unter anderem entscheiden werden, was wir wie der Öffentlichkeit zugänglich machen werden. Sicher habt Ihr dafür Verständnis.


Aktueller Stand (23.09.2002)

Am 22.09.2002 hat sich das Forum der Queergemeinde zu einer öffentlichen Sitzung getroffen. Es war schön und spiegelte die Stimmung in der Gemeinde wider, dass auch viele Gäste anwesend waren, denen die Zukunft der Queergemeinde am Herzen liegt. Wie versprochen möchten wir Euch heute über den aktuellen Stand der Dinge informieren und Euch gleichzeitig bitten, diese Infos auch weiter zu geben.
Wie Ihr wisst, liegt ganz konkret die Anweisung des Weihbischofs Ostermann vor, die Eucharistiefeier der Queergemeinde in St. Sebastian zukünftig zu unterlassen. Ein paar Worte zur Geschichte: Seit Januar 1999 haben sehr viele lesbische und schwule Menschen durch die Queergemeinde ein neues kirchliches Zuhause gefunden, das sie nicht mehr missen wollen.Vor etwa zwei Jahren wurde von Seiten des Bistums klar geäußert, dass diese Gottesdienste zu unterbleiben hätten. Stattdessen sollten sie in die Reihe der Sonntagabendgottesdienste der Heilig-Geist-Gemeinde integriert werden - ein Zustand, der vielen von uns vorkam wie ein Verstecken, ein Unsichtbar-Machen. Im Juni fand ein Gespräch mit Weihbischof Ostermann (wir berichteten darüber, siehe unten) statt, in dem er ganz klar signalisierte, dass er den Wunsch der Queers, in St. Sebastian zu verbleiben, verstehe und nachvollziehen könne. Im krassen Gegensatz dazu stand dann das Schreiben vom 28.08.2002, in dem das Verbot (auf Grund "täglicher Nachfragen bezüglich dieser Gottesdienste") ausgesprochen wurde. Dahingegen sei es nach wie vor möglich, den Gottesdienst nach Heilig Geist zu verlegen.
Am 08.09.2002 fand daraufhin eine außerordentliche Gemeindeversammlung statt, die sehr gut besucht war und in der es zahlreiche Solidaritätsbekundungen gab, insbesondere auch ganz ausdrücklich seitens des Pfarrgemeinderates von St. Sebastian. Wir einigten uns vorläufig auf folgendes Vorgehen: An jedem zweiten Sonntag im Monat findet ein Wortgottesdienst in St. Sebastian statt (neben den Wortgottesdiensten in der Trinitatisgemeinde an jedem vierten Sonntag im Monat), und wir versuchen gleichzeitig, den Dialog mit dem Bischof wieder aufzunehmen. Ganz klar ist unser Wunsch vorhanden, wieder Eucharistie in St. Sebastian feiern zu können.
Wir möchten Euch hiermit darüber informieren, dass das Forum in dieser Woche einen Brief an Weihbischof Ostermann schreiben und ganz klar und kritisch zu seiner Entscheidung Stellung nehmen wird. Wir sind gespannt auf eine Reaktion und hoffen auf Eure Solidarität. Außerdem steht für uns völlig außer Frage, dass wir von nun an jeden einzelnen Schritt (und zwar hoffentlich aufeinander zu) beider Seiten hier und an anderen Stellen der Öffentlichkeit mitteilen werden. Ausdrücklich möchten wir Euch auffordern, dieses Forum hier zu nutzen, um Eure Meinung zur Sache zu sagen. Eines jedenfalls ist klar: Die Tatsache, dass wir Queers einmal mehr gezwungen sind, unsere Gemeinde und unsere Gemeinschaft von innen heraus stark zu machen, hat auch Vorteile, die wir nutzen sollten. Das Zuhause, das viele von uns in dieser Gemeinde und auch durchaus in St. Sebastian gefunden haben, lassen wir uns wohl kaum durch eine Bischofsentscheidung wieder nehmen.
Am 13.10.2002 wird in St. Sebastian ein Queergottesdienst (welcher Art auch immer) stattfinden, und wir möchten Euch schon jetzt herzlich dazu einladen.


Aktueller Stand (04.10.2002)

Wir Frauen und Männer des Forums haben wie besprochen einen Brief an Weihbischof Ostermann geschrieben und mit klaren Worten unseren Standpunkt und unsere Vorstellungen erneut verdeutlicht. Am kommenden Montag, 07.10.2002, trifft sich der Seelsorgeeinheitsrat in St. Sebastian und berät über das weitere Vorgehen. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten.


Aktueller Stand (26.10.2002)

Wir Webmaster sind aus dem Urlaub zurück und gerade damit beschäftigt, das aufgelaufene Material zu sichten. Insbesondere möchten wir sorgfältig bei der Gratwanderung vorgehen, Euch zu informieren und gleichzeitig den wieder neu entstehenden Dialog zwischen Queers und Bistum nicht zu gefährden. Das mag mancher und manchem vielleicht übertrieben vorkommen, doch die Erfahrung zeigt, dass diese Behutsamkeit angebracht ist. Um übrigens noch einmal eines ganz klar zu stellen: Für die Inhalte dieser Seiten sind nach wie vor allein und in vollem Umfang wir, Markus und Martin aus Essen, als Privatpersonen verantwortlich und in keiner Weise ein offizielles Mitglied des Forums. Wer also Probleme mit einer hier veröffentlichten Aussage hat, der ist herzlich eingeladen, sich direkt an uns zu wenden.
Nur soviel zunächst: Weihbischof Ostermann hat den Brief der Forumsmitglieder beantwortet - eher zurückhaltend und nicht von seiner Linie abweichend - es ist aber ein neuer Gesprächstermin angedacht. Mehr dazu schnellstmöglich an dieser Stelle.


Aktueller Stand (26.03.2003)

Es ist soweit: Mit einiger Verspätung ist der "Arbeitskreis Homosexuelle Menschen und Kirche" nun vom Diözesanpastoralrat einberufen worden und wird sich in der nächsten Zeit konstituieren. Nach der Wahl der SprecherInnen dieses Gremiums können dann auch Frauen und Männer aus dem Umfeld der Queergemeinde mit in diesen Kreis nachberufen werden. Der Dialog geht weiter, und das können wir nur als eine gute Nachricht aufnehmen.


Außerordentliche Gemeindeversammlung (11.05.2003)

Bei der Gemeindeversammlung wurde zum einen beschlossen, dass wir uns ab sofort über das Verbot der Eucharistieferien hinwegsetzen, zum anderen wurde über die konkrete Umsetzung abgestimmt. In Zukunft finden an den zweiten Sonntagen im Monat in wechselnder Form verschiedene Gottesdienstmodelle statt.